Deine Trauer ist wie das unendliche Meer ...

Deine Trauer ist wie das unendliche Meer
ein ewiges Kommen und Gehen
in großen Wellenbergen und tiefen Tälern 
ein ständiges Kommen und Gehen von Erinnern, Trauern, Lieben
von Tränen und dem Schmerz der Endgültigkeit
Aber das Meer verändert deine Spuren im Sand
verwischt sie
schafft neue Schraffuren 
und schenkt dir Treibgut: 
Erinnerungen der Liebe 
Und ganz zart 
ganz langsam
ganz leise
fühlst du
dass du lebst
und du beginnst 
auf geheimnisvolle Weise
eine neue Reise: 
zu dir
zurück ins Leben.
M.Vorderwülbecke   04.08.2017

Es gibt da eine Tür ...

"Es gibt da eine Tür im Warteraum deiner Trauer, den Schlüssel dafür hast du...."
Den Schlüssel hatte ich immer bei mir, aber es hat sehr lange gedauert bis ich diese Tür überhaupt gefunden habe. Dahinter warteten dann viele neue Erfahrungen und schöne Momente....

Wie soll ich weiterleben ohne dich?

In den ersten Wochen nach dem Tod meines Mannes Andreas schwebte diese Frage ständig über mir.

Diese Frage bestimmte meinen Tag, meinen Abend und auch die endlosen schlaflosen Nächte.

 

Heute blicke ich zurück und ich frage mich immer noch, wie ich überleben konnte, obwohl mir der Tod meinen Boden unter den Füßen weggerissen hatte. Ich fiel und fiel und fiel – ich befand mich im freien Fall ... Ende offen.

Innerlich hatte ich zwar gewusst, dass Andreas stirbt, aber mein Verstand wollte mein die Diagnose und die damit verbundene palliative Prognose nicht wahrhaben. Mein Verstand und mein Willen gaukelten mir auch weiterhin vor „Wir schaffen das - der Tod schafft uns nicht.“ Nach vielen Wochen des Wegschauens meinerseits, das mir auch die Chance des bewussten Abschieds nahm, musste ich dann abrupt feststellen, dass ich mich geirrt hatte. Diese Erkenntnis war so entsetzlich schmerzhaft, dass ich von diesem Zeitpunkt mir selbst und meinem Urteilsvermögen nicht mehr traute.

 

Es folgten viele Wochen einer Reise, in der ich viele schmerzliche und auch wertvolle Erfahrungen sammelte.  Wenn du jetzt gerade noch an dem Anfang deiner „Reise nach einem Verlust“ stehst, möchte ich dir gerne ein paar Dinge sagen:

  • Bitte schau nicht zurück, wenn es noch zu schmerzvoll ist. Es wird ein Tag kommen, an dem du alte Videos und Fotos anschauen kannst. Übereile nichts.
  • Tue alles, um durch deinen Tag zu kommen – keine Scham, keine Bewertungen, keine Urteile und (Selbst-)Verurteilung. Gehe durch deinen Tag. Sorge dich nicht um deine Nachbarn, Kollegen und deine Freunde. Du musst nicht für sie funktionieren und dich zeigen. Nur du bist wichtig – nicht die anderen.
  • Ja, es ist sehr traurig und auch tragisch. Worte können es jetzt gerade nicht besser für dich machen.
  • Bitte höre nicht auf die hilflosen Phrasen der anderen wie z.B. da, wo dein geliebter, verstorbener Mensch jetzt ist, hat er/die es jetzt besser oder Gott gibt uns nur so viel, wie wir auch verarbeiten können. 
  • Diese Phrasen sind jetzt mehr als du gerade verarbeiten kannst.

 

Es wird ein Tag kommen, an dem dein Herz nicht mehr so schwer ist und sich nicht mehr so gebrochen  anfühlt. An diesem Tag wirst du auch aufhören können zu weinen.

Das wird der Beginn deiner langsamen Heilung sein.

 

Ich weiß, dass du diesen Tag erkennen wirst so wie ich ihn auch erkannt habe.

Der schmale Abstand zwischen dem Schmerz und unseren Tränen ist ein Wunder – dieser Abstand verändert sich immer wieder neu bis er schließlich größer wird.

Bis dahin, auch wenn es an manchen Tagen nicht auszuhalten ist, wisse, dass du nicht allein bist.

 

Irgendwo in der Ferne gibt es mich, und ich kann mir gut vorstellen, wie du dich gerade fühlst....

 

Mit lieben Wünschen

Daniela

Tod und Neuanfang

Es ist Zeit für einen weiteren Neustart in meinem Leben. Ich starte mit meinem Blog hier auf meiner Website.

 

Vor 14 Jahren verstarb in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli mein Mann Andreas. Sein Tod, den ich bis zu dem Zeitpunkt verdrängt hatte, riss mir den Boden unter meinen Füßen weg - mein ganzes Leben brach zusammen und auch meine Zukunft schien mit einem Schlag vorbei. Sterben? Diese Option gab es für mich nicht. Andreas hatte Magenkrebs in fortgeschrittenem Stadium. 
Ich hatte mich in der Nacht etwas auf mein Bett gelegt und war eingeschlafen. Um 1:53 Uhr wurde ich wach und wusste sofort, Andreas ist gestorben!! Ich stand auf und ging zu seinem Schaukelstuhl. Es war tatsächlich so. Trotz der Gewissheit war ich ganz ruhig. 
Ich erinnere mich heute schmerzvoll und auch sehr dankbar an diese ganz besondere Nacht und die nachfolgende Zeit.

 

Es hat lange gedauert, bis ich aus der Erstarrung erwachte und langsam meinen "Warteraum der Trauer" schrittweise verlassen konnte.

Alle diese wertvollen Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin..... So begleite ich heute Menschen in Abschieds- und Trauerprozessen und ganz besonders beim Neustart ins Leben nach einem Verlust!

 

Diesen Artikel schreibe ich in der Erinnerung an einen wunderbaren Menschen.....

 

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Herzlich willkommen

Wer einen geliebten Menschen, Weggefährten verliert, fühlt sich oft sehr alleine und unsicher mit seiner Trauer,

mit dem Verlust seiner im Alltag geordneten Gedanken und Gefühle. Viele Fragen tauchen auf! Gefühle der Sicherheit verlieren sich in Gefühlen der Ohnmacht, der Unsicherheit, der Angst, der Einsamkeit, der Unwissenheit.

 

Fragen nach dem Sinn des SEINS, der ZUKUNFT und nach SCHULD tauchen auf.

 

Sie  sind nicht alleine. Ich begleite Sie bei Ihrem ganz persönlichen Weg der Trauerverarbeitung und bei Ihren ersten Schritten aus dem Warteraum der Trauer hinein in ein neues Leben. 

 

jeden Freitag finden Sie hier in meinem Blog Erfahrungen und Inspirationen für einen Neustart ins Leben nach einem Verlust!

 

Ich freue mich auf unseren Austausch.

Ihre Daniela Möller-Peck

 

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